MUC: Heimbetreuung von Kindern durch Polizei
Quelle: http://de.indymedia.org/2009/06/253383.shtml München: Traumatisierte , zum Teil sehr junge (<8 Jahre) Heimkinder werden seit 2007 unter Mitwirkung des Sozialreferates der Stadt München in Polizeicamps gesteckt. An der Organisation der Erziehungscampaufenthalte sind die Unternehmensgruppe Schörghuber (Stiftungs-Vorsitz: Christian Ude, OB der Stadt München) und das "Münchener Sicherheitsforum e.V." beteiligt. Traumatisierte, zum Teil sehr junge Münchener Heimkinder (<8 Jahre), werden seit 2007 regelmässig zu Kurzaufenthalten und Wochendendfahrten in Polizeicamps (Polizeiheim Spitzingsee) oder "Bauernhöfen" (Gut Aiderbichl) gezwungen. Die "sozialtherapeutischen Aufenthalte" werden während den Campaufenthalten dabei nicht wie vorgeschrieben von den Sozialbetreuern durchgeführt, sondern massgeblich von der Münchener Polizei. Vor einer "Ponyhof"-Kulisse sollen die Erziehungslager zwei Funktionen haben. Zum einen soll den Kindern der Polizeiberuf näher gebracht werden, zum anderen sollen Kinder mit Autorität "funktionabel" gemacht werden.Am Vormittag sollen Traumata sollen durch Tierpflege mit Polizeibeamten gelöst werden, am Nachmittag gibt es Schulungen, in welchen Kindern erläutert wird, wie sie sich zu verhalten haben: Unterricht gegen Diebstahl und Sachbeschädigung. An der Organisation von Campaufenthalten für nichtstraffällige oder "sozial auffällige" Münchener Kinder ist ein Netzwerk beteiligt: Die Stadt München, die Münchener Polizei, der Think-Tank "Münchener Sicherheitsforum e.V.", sowie die Stiftung der Unternehmensgruppe Schörghuber, deren Vorstand folgende Personen bilden: -Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München -Dr. Johannes Bauer, ehemaliges Mitglied des Holdingvorstands der Schörghuber Unternehmensgruppe und seit dem Jahr 2000 in Rente -Friedrich Graffe, Sozialreferent der Landeshauptstadt München -Dr. Maria Kurz-Adam, Leiterin des Stadtjugendamtes Nach Informationen der Netzseite ( http://www.schoerghuber-unternehmensgruppe.de) wird die Stiftung vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München verwaltet. Die Stiftung kooperiert sehr eng mit dem "Münchener Sicherheitsforum e.V." zusammen, eine Initiative der Münchener Polizei. Auszüge aus den Arbeitsbereichen des "MSF e.V":
"Das Münchner Sicherheitsforum als Brücke zwischen Bürger und Polizei rief mit einer großflächigen Annonce in mehreren Tageszeitungen dazu auf....beliebte und mit zahlreichen kindgerechten Präventionshinweisen angereicherte Hausaufgabenheft für die Münchner Grundschüler. Ca. 14.000 Exemplare werden Jahr für Jahr an den Münchner Schulen verteilt....Zur Bekämpfung der Graffiti – Kriminalität haben wir ein Plakat finanziert, dass auf den Internetauftritt...Belohnung und Ehrung besonders mutiger Bürger, die andere Menschen vor Straftaten geschützt..."
Als sehr bedenklich muss die Zusammenarbeit von Jugendamt, Polizeieinheiten und einer privaten Stiftung einer Unternehmensgruppe eingestuft werden. Es geht nun seit 2007 der Stadt München nicht mehr darum, traumartisierte Heimkinder ein paar angehmere Tage auf dem Land verbringen zu lassen, sondern diese mit Polizeibeamten zur Verinnerlichung einer Law & Order-Politik zu zwingen.
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